Hexagrammbesprechung – Teil des I Ging Hauptsstudiums
Die Muster des Lebens in den Wandlungen des I Ging
Tiefenanalyse und Interpretation von verschiedenen, thematisch ineinandergreifenden Hexagrammbildern
H 48 – Der Brunnen oder der Born des Lebens
Ungenutzte Potentiale zutage fördern
Unten das Wasser, oben der Wind
Während der Tiegel des Hexagramms 50 das Gefäß symbolisiert, aus dem die Würdigen gespeist werden, gilt der Brunnen (die Person) als Lebensborn, aus dem alle Menschen schöpfen. Aber nur wenn das Wasser (das psychische Potential der Person) an seinem Grund klar und rein, das Brunnengemäuer fest und stabil ist, wird es gelingen, das kostbare Naß aus der Dunkelheit des Brunnenschachtes (dem Unbewussten) nach oben zu heben und für den seelischen Haushalt nutzbar zu machen.
H 59 – Die Auflösung oder die Wiedereingliederung
Trennende Abgründe überwinden und sich versöhnen
Unten der Wind, oben das Wasser
Durch die Einwirkung der lauen Winde im Frühling wird das Eis in den Flüssen aufgetaut und die Rückführung in den ursprünglichen Zustand herbeigeführt. Eis ist gefrorenes Wasser, trennende Abgründe werden durch Wiedervereinigen des Erstarrten beseitigt, die Wege zu neuer Gemeinsamkeit geschaffen. Das heilende Instrument, das diese Stauungen oder Erstarrungen zu zerstreuen vermag, ist die spirituelle Kraft (höhere Ideale, gemeinsame Ziele), welche die Herzen der Menschen berührt und sie von Egoismus, Neid, Mißgunst und Entfremdung befreit.”
Auszug aus: René van Osten, I Ging – Das Buch vom Leben, © 1995